Euro-Info-Verbraucher e.V. stellt Pläne für Kooperation von Ärzten vor

Euro-Info-Verbraucher e.V. stellt Pläne für Kooperation von Ärzten vor: „Für die medizinische Versorgung darf es keine Ländergrenzen geben!“


Pressemitteilung 20.06.07

Pressemitteilung 20.06.07

Euro-Info-Verbraucher e.V. stellt Pläne für Kooperation von Ärzten vor: „Für die medizinische Versorgung darf es keine Ländergrenzen geben!“

Baden-Württembergischer Verbraucherminister Peter Hauk mit Europaabgeordneten aus Baden-Württemberg zu Besuch in Kehl

Kehl - Der Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, informiert sich bei seinem heutigen (Mittwoch, 20. Juni) Besuch in Kehl über die Ideen von EURO-INFO-VERBRAUCHER e.V. für eine optimale medizinische Versorgung der Menschen am Oberrhein.

Der in Baden-Württemberg auch für Verbraucherschutz zuständige Minister wird sich ein genaueres Bild davon machen, wie und auf welcher Grundlage Patienten aus Baden-Württemberg und dem Elsass Gesundheitsdienstleistungen stärker als bisher Länder übergreifend in Anspruch nehmen können.

Die bereits seit zwei Jahren auch auf Patientenberatungen spezialisierten Verbraucherschützer wollen den Eurodistrikt Ortenau/Straßburg zu einer Modellregion bei der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung machen - mit Signalwirkung für die gesamte Europäische Union.
Mehr Mit- statt Nebeneinander - und zur Behandlung dahin, wo sie am besten ist

„Bisher arbeiten Ärzte und Kliniken links und rechts des Rheins noch eher neben- statt miteinander“, sagte Dr. Martine Mérigeau vor dem Besuch des Ministers, „und der Rhein bildet - Europa hin, Europa her – die unsichtbare Grenze“, so die Geschäftsführerin von Euro-Info-Verbraucher.

Mérigeau ergänzt: „Für die medizinische Versorgung darf es keine Ländergrenzen geben! Computertomographie, Dialyse- oder Schlaganfall-Behandlung – all das muss Länder übergreifend möglich sein, ohne Wartezeiten, ohne bürokratische Hürden.“

Der bei Euro-Info-Verbraucher für Patientenbelange zuständige Rechtsberater Rechtsanwalt Joachim A. Schulz will erreichen, „dass sich betroffene Patienten ganz selbstverständlich immer da behandeln lassen können, wo sie für ihren speziellen Fall die beste Versorgung erhalten – ob in Straßburg, Freiburg oder Baden-Baden“.

Am Ort niedergelassene Ärzte und Fachärzte hatten sich bereits im vergangenen Jahr bei Euro-Info-Verbraucher e.V. darüber informiert, unter welchen formalen Voraussetzungen sie Patienten aus dem jeweiligen Nachbarland behandeln und dabei sichergehen können, dass diese hinterher keine Probleme bei der Abrechnung mit den Krankenkassen bekommen.

Neben dem deutsch-französischen Rahmenabkommen vom 22. Juli 2005 bildet die im März 2006 zwischen beiden Ländern geschlossene Verwaltungsvereinbarung die Grundlage für eine vereinfachte grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf dem Gebiet der medizinischen Leistungen und des Rettungsdienstwesens.

Ebenfalls Bestandteil der Übereinkommen ist die Vereinfachung der Modalitäten bei der Kostenerstattung. Mittlerweile wurde dies durch einen entsprechenden Akt der Gesetzgebung in nationales Recht gegossen. Zudem gilt nach europäischer Rechtsprechung der Grundsatz: Wer sich in einem anderen Land der EU ambulant behandeln lassen will, hat Anspruch auf Kostenerstattung, auch ohne vorherigen Segen seiner Krankenkasse.

Zu den Plänen, die die Kehler Verbraucherschützer nun angehen wollen, zählen eine medizinische Landkarte sowie ein Handbuch für die grenzüberschreitende Behandlung, das Transparenz schafft über die jeweils geltenden Tarife. Außerdem soll in Kehl eine Anlaufstelle entstehen, die den Patienten und den Leistungserbringern aus der Region gleichermaßen auf Wunsch rechtliche Auskunft erteilt. (qui/kl)

Ansprechpartner für die Presse

in Kehl:
Christian Quiring, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland – Kehl
c/o Euro-Info-Verbaucher e.V.
Rehfusplatz 11, 77694 Kehl
Tel. 07851 / 99148-23
Fax 07851 / 99148-11
eMail: quiring@euroinfo-kehl.com
www.euroinfo-kehl.eu

in Stuttgart:
Isabel Kling, Pressesprecherin
Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum
Kernerplatz 10
70182 Stuttgart
Tel. 0711 / 126-2354
Fax 0711 / 126-2379
eMail: isabel.kling@mlr.bwl.de
www.mlr.baden-wuerttemberg.de